Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und sich die Wälder bunt färben, ist der Herbst da. Jetzt ist die perfekte Zeit für ausgedehnte Spaziergänge mit deinem Hund durch raschelndes Laub. Im Herbst 2026 ist im Schweizer Wald jedoch besondere Aufmerksamkeit gefragt. Die anhaltende Trockenheit hat viele Bäume gestresst und geschwächt. Was du beim Waldspaziergang mit deinem Hund jetzt beachten solltest und wie ihr den Herbst trotzdem sicher geniessen könnt, erfährst du in diesem Blogartikel.
Aktuelle Waldlage
Stand September 2026
Das Jahr 2026 war in vielen Regionen der Schweiz von aussergewöhnlicher Trockenheit geprägt. Besonders im Mittelland fiel regional deutlich weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt, während die Temperaturen häufig über den üblichen Werten lagen.
Wie stark die Wälder betroffen sind, unterscheidet sich allerdings von Region zu Region. Trockene Böden, frühzeitig verfärbte oder abgeworfene Blätter sowie geschwächte Baumkronen können Anzeichen von Trockenstress sein.
Länger anhaltende Trockenheit schwächt die Bäume und macht sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Bei stark geschwächten Bäumen können Äste absterben oder ganze Baumkronen abbrechen. In Einzelfällen kann ein Baum so stark geschädigt sein, dass der gesamte Baum instabil wird. Für Waldbesucher bedeutet das: In besonders trockengestressten Waldgebieten ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.
Inhaltsverzeichnis
- Trockenheit 2026 & Warum im Schweizer Wald besondere Vorsicht gilt
- Weitere Gefahren für Hunde beim Waldspaziergang
- Sicher unterwegs: Checkliste vor dem Waldspaziergang
- Fazit
- FAQ
Trockenheit 2026 & Warum im Schweizer Wald besondere Vorsicht gilt
Trockene Böden, frühzeitige Blattverfärbungen und Blattfall können darauf hinweisen, dass Bäume unter erheblichem Wasserstress stehen. Dabei gilt aber: Nicht jeder Baum mit braunen Blättern ist unmittelbar gefährdet und nicht jeder gefährdete Baum sieht offensichtlich krank oder abgestorben aus. Deshalb solltest du im Wald auf den vorgesehenen Wegen bleiben und Absperrungen respektieren. Halte auch deinen Hund immer bei dir, damit er nicht abseits des Weges unterwegs ist und Gefahrenstellen erreicht, die du selbst gar nicht betreten würdest.
Brechende Äste und umstürzende Bäume
Da Trockenstress die Stabilität der Bäume und Äste beeinträchtigt, ist besonders nach längeren Trockenperioden, aber auch nach einem Sturm oder starken Gewittern Vorsicht geboten. Meide Waldabschnitte, in denen du deutlich geschädigte Bäume, abgestorbene Äste oder Absperrungen siehst. Auch deinen Hund solltest du dort nicht frei herumlaufen lassen. Bei Sturm- oder Gewitterwarnungen ist es sinnvoll, den Waldspaziergang zu verschieben oder eine alternative Route zu wählen.
Waldbrandgefahr: Was du beachten solltest
Trockenes Laub, Äste und Totholz sind natürliche Bestandteile des Waldes. Bei ausgeprägter Trockenheit können sie jedoch leicht in Brand geraten. Prüfe deshalb vor einem Ausflug in den Wald die aktuelle kantonale Waldbrandgefahr und mögliche Feuerverbote. Je nach Region können unterschiedliche Vorschriften gelten. Wirf keine Zigarettenstummel oder andere glühende Gegenstände weg und lasse Feuer und Glut niemals unbeaufsichtigt. Mache Feuer nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Beachte regionale und kantonale Feuerverbote.
Weitere Gefahren für Hunde beim Waldspaziergang
Nicht nur Bäume und Trockenheit können im Herbst zur Herausforderung werden. Im Wald lauern zahlreiche Gefahren, auf die Hundehalter achten sollten.
Eicheln, Nüsse und Fallobst
Im Herbst liegen Eicheln, Kastanien, Walnüsse und andere Früchte auf dem Waldboden. Auch faulendes Fallobst kann für Hunde interessant sein. Was für uns wie ein harmloser Snack aussieht, kann für einen Hund problematisch werden. Verschluckte Nüsse oder grössere Stücke können beispielsweise zu Verletzungen oder einem Darmverschluss führen. Auch verdorbenes oder verschimmeltes Fallobst kann gesundheitliche Probleme verursachen.
Beeren und Pflanzen
Gerade bei neugierigen Hunden lohnt es sich deshalb, das Fressen unbekannter Pflanzen oder Früchte zu verhindern. Denn auch Beeren, Pilze und andere Pflanzen können für Hunde unverträglich oder sogar giftig sein.
Zecken
Zecken sind nicht nur im Frühling und im Sommer ein Thema. Je nach Wetterlage können sie auch im Herbst aktiv sein. Kontrolliere deinen Hund deshalb nach jedem Spaziergang gründlich, insbesondere an den wenig behaarten oder gut geschützten Körperstellen. Bei Hunden mit langem Fell kann sich die Kontrolle etwas aufwendiger gestalten.
Wildtiere
Im Herbst sind viele Wildtiere besonders aktiv. Gleichzeitig beginnt in vielen Regionen die Jagdsaison. Halte dich deshalb an die geltenden Leinenpflichten und örtlichen Vorgaben. Ein Hund, der Wildtiere verfolgt, kann nicht nur diese gefährden, sondern sich auch selbst in Gefahr bringen. Auch wenn dein Hund normalerweise zuverlässig zurückkommt, ist im Wald Vorsicht geboten.
Forstarbeiten und beschädigte Wege
Im Wald können jederzeit Forstarbeiten stattfinden. Gefällte Bäume, herumliegende Äste, Maschinen, Absperrungen oder kurzfristig gesperrte Wege sind mögliche Gefahrenquellen. Nach Unwettern können Wege zudem beschädigt, rutschig oder durch umgestürzte Bäume versperrt sein. Absperrungen solltest du deshalb immer ernst nehmen.
Möchtest du mehr über das Verhalten während der Jagdsaison erfahren? Dann lies unseren Blogartikel dazu.
Sicher unterwegs: Checkliste vor dem Waldspaziergang
Bevor du mit deinem Hund losgehst, lohnt sich ein kurzer Sicherheitscheck:
- Prüfe Wetter, Sturm- und Gewitterwarnungen
- Beachte regionale Waldbrandgefahr und allfällige Feuerverbote
- Achte auf Hinweise und Absperrungen
- Halte Abstand zu sichtbar geschädigten oder abgestorbenen Bäumen
- Beachte Forstarbeiten und gesperrte Wege
- Kontrolliere nach dem Spaziergang Fell, Pfoten und Körper auf Zecken und Fremdkörper
Sichtbarkeit
Jetzt, wo es morgens wieder später hell und abends früher dunkel wird, ist es wichtig, auf die Sichtbarkeit zu achten. Gerade wenn du am Waldrand, auf wenig beleuchteten Wegen oder in der Nähe von Strassen unterwegs bist, solltest du die Sichtbarkeit nicht unterschätzen. Helle, auffällige oder reflektierende Kleidung hilft dabei, dass du von anderen Personen, Velofahrern oder Fahrzeugen besser wahrgenommen wirst. Auch dein Hund sollte gut sichtbar sein. Ein reflektierendes Halsband, Geschirr oder eine reflektierende Leine verbessert die Sichtbarkeit deutlich. Je nach Wetter und Situation kann auch ein reflektierender oder auffälliger Hundemantel sinnvoll sein.
Sicher spielen im Herbstlaub
Hunde lieben es, mit der Nase im raschelnden Laub zu stöbern. Die Geräusche, Gerüche und das Rascheln der Blätter wecken ihre Instinkte und verwandeln den Spaziergang in ein echtes Abenteuer. Du kannst dies für ein Suchspiel nutzen.
- Spielidee für Hunde: Suchspiel im Herbstlaub. Verstecke einen Futterbeutel, ein geeignetes Spielzeug oder ein paar Leckerlis in einem kleinen Laubhaufen und lass deinen Hund danach suchen. Das Suchen aktiviert die Sinne, fördert die Konzentration und entspricht dem natürlichen Suchverhalten der Hunde.
Wichtig: Bevor dein Hund in einem Laubhaufen stöbert, solltest du kurz überprüfen, ob sich darin gefährliche Gegenstände befinden. Dazu zählen beispielsweise Glasscherben, Metallteile, Müll oder Tierkot. Auch sehr grosse oder tiefe Laubhaufen solltest du nicht einfach unkontrolliert nutzen.
Auch Katzen können Herbstlaub spannend finden
Auch Katzen mögen trockenes Laub. Gerade für Wohnungskatzen ist Laub eine spannende Abwechslung.
- Spielidee für Katzen: Sammle trockenes Laub und lege es in eine flache Kiste oder einen Karton. Darin kannst du ein Spielzeug oder ein paar geeignete Leckerlis verstecken. So kann deine Katze schnuppern, suchen und mit den Blättern spielen.
Fazit
Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit für gemeinsame Erlebnisse mit deinem Vierbeiner. Bunte Wälder, raschelndes Laub und die vielen neuen Gerüche machen jeden Spaziergang zu einem kleinen Abenteuer. 2026 ist jedoch besondere Aufmerksamkeit gefragt. Die anhaltende Trockenheit hat die Wälder in vielen Regionen geschwächt, sodass Äste abbrechen oder einzelne Bäume umstürzen könnten. Achte deshalb im Wald nicht nur darauf, wo du stehst, sondern auch darauf, wo dein Hund unterwegs ist. Lass ihn nicht längere Zeit abseits des Weges unter sichtbar geschädigten Bäumen stöbern und respektiere Absperrungen unbedingt. Informiere dich vor dem Spaziergang über die regionale Wald- und Wetterlage und nimm Rücksicht auf Wildtiere.
FAQ
Warum ist die Trockenheit im Jahr 2026 für den Wald problematisch?
Längere Trockenperioden setzen Bäume unter Stress. Dadurch werden sie geschwächt und werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Bei starkem Trockenstress können Äste oder Teile der Baumkrone absterben. Je nach Zustand des Baumes kann das Risiko von Astabbrüchen oder Umstürzen dadurch steigen.
Woran erkenne ich gefährliche Äste?
Das lässt sich leider nicht immer erkennen. Ein Ast kann von aussen relativ unauffällig aussehen und trotzdem geschwächt sein. Sei deshalb bei sichtbar geschädigten Bäumen besonders vorsichtig und halte ausreichend Abstand.
Was sollte ich bei Sturmwarnungen beachten?
Bei Sturm oder starken Windböen können Äste abbrechen und Bäume umstürzen. Bei entsprechenden Warnungen solltest du deinen Waldspaziergang möglichst verschieben. Nach einem Sturm können zudem noch lose Äste in den Baumkronen hängen.
Wie erkenne ich, ob im Wald Waldbrandgefahr besteht?
Die Waldbrandgefahr wird regional beurteilt und kann sich je nach Wetterlage schnell verändern. Informiere dich deshalb vor deinem Ausflug über die aktuelle Situation in deinem Kanton bzw. deiner Region und beachte unbedingt allfällige Feuerverbote.
Muss ich meinen Hund im Herbst nach Zecken absuchen?
Ja, denn auch im Herbst können Zecken aktiv sein, sofern die Temperaturen entsprechend sind. Kontrolliere deinen Hund deshalb nach jedem Spaziergang gründlich und entferne entdeckte Zecken möglichst zeitnah.
Was sollte ich nach einem Waldspaziergang kontrollieren?
Nimm dir ein paar Minuten Zeit für einen kurzen Check: Kontrolliere das Fell und die Haut deines Hundes auf Zecken, Äste oder andere Fremdkörper. Schau dir auch die Pfoten an, insbesondere nach Spaziergängen über trockene, steinige oder beschädigte Wege.
Darf mein Hund im Herbstlaub spielen?
Grundsätzlich spricht nichts gegen kontrolliertes Spielen im Laub. Du solltest allerdings vorher prüfen, ob sich darin Glasscherben, Müll, Tierkot oder andere Fremdkörper befinden. Achte ausserdem darauf, dass dein Hund keine verdorbenen Früchte, Pilze oder andere Gegenstände frisst.